Dienstag, 2. September 2014

Soonwaldsteig 2014 – 4. Etappe

Auch heute bekamen wir einen Auto-Transfer vom Hotel zum Einstieg in den Soonwaldsteig.

Blick zurück nach Argenthal
"Blick zurück nach Argenthal"
Wir wanderten vorbei an einem Gedenkstein zum Tode von vier Soldaten, die beim Absturz eines Flugzeuges am 21. März 1944 hier ums Leben kamen. Weiter ging es Richtung Rheinböllerhütte, die keine Hütte ist, wie wir dann lernten, sondern ein Stadtteil von Rheinböllen.

Vor uns tauchten die ersten Windräder auf. Das Ende der vierten und der Anfang der fünften Etappe des Soonwaldsteigs sind gekennzeichnet von zwei Windparks, die den Charakter des Waldes hier stark verändert haben und beherrschen:  der Windpark am Hochsteinchen dieseits der Autobahn und der Windpark Kandrich auf der anderen Seite.

Naturwaldreservat
"Naturwaldreservat"
Wenn man die Windräder von der Ferne aus dem Wald aufragen sieht meint man daß sie nicht viel Waldfläche vernichtet haben. Marschiert man aber zwischen diesen Giganten hindurch, so sieht man riesige kreisrunde Flächen um die Türme, die von Bäumen freigehalten werden, und viele geteerte Strassen, die zu jedem einzelnen Turm hinführen. Mit der Beschaulichkeit des Waldes ist es hier vorbei und sehensüchtig wanderten unsere Gedanken zurück zu den letzten Tagen, in denen wir oft durch unberührten Wald wandern durften.

Wandern zwischen Windrädern
"Wandern zwischen Windrädern"
Wir erreichten die Autobahn und zückten unser Handy, um die Unterkunft für die kommende Nacht auszumachen. Da es noch früh am Tag war wollten wir noch ein Stück weiter laufen und buchten ein Zimmer in der Pension “Zum Felsenkeller” in Dichtelbach. Die Wanderung führte uns also weiter  an der leider geschlossenen Emmerichshütte vorbei ( Dienstag Ruhetag ), durch einen weiteren Windpark und über eine Umleitung, denn hier wurde noch fleißig gebaut, zum Aussichtspunkt auf dem Ohligsberg, von dem aus man den Rhein sehen kann.

Die Bewölkung hatte über den Tag hin zugenommen und nun setzte leichter Nieselregen ein. Die Schutzhütte hier kam uns also zur rechten Zeit.

An der Emmerichshütte am Ruhetag
"An der Emmerichshütte am Ruhetag"
Wir warteten den gröbsten Schauer ab, zogen Regenjacken und Rucksack-Überzieher drüber and wanderten nun einen 4 km langen Abstecher bergab nach Dichtelbach. Das Wetter wurde gleich wieder besser und Sonnenschein machte sich breit. Wir erreichten unsere Unterkunft um 15:45 Uhr, tranken zuerst Kaffee, bezogen dann unser Zimmer ( wir waren fast die einzigen Gäste hier ), und suchten zum Abendessen wieder die Gaststube auf, wo uns die Wirtin mit Getränken und einem warmen Abendessen versorgte.

Mittwoch, 27. August 2014

Der Deutsch-Französiche Burgenweg im Elsaß

Am letzten Wochenende haben meine Frau und ich den Deutsch-Französichen Burgenweg im Elsaß abgewandert.

Der Deutsch-Französiche Burgenweg
"Der Deutsch-Französiche Burgenweg"
33 km lang, mit zahlreichen teilweise sehr steilen Anstiegen. Man kann den Weg in 1-2 Tagen machen, wir empfehlen: 2 Tage ! Ansonsten muß man sich sehr beeilen und hat praktisch keine Zeit mal die schöne Aussicht zu genießen, die einem überall geboten wird, oder in Ruhe eine oder mehrere der acht Burgen zu erforschen.

An diesem Samstag ( 23.8.2014 ) waren viele Hotels schon ausgebucht, es waren ja auch noch Sommerferien und wir wollten uns kurzfristig entscheiden, je nach Wettervorhersage.

Stufen im Sandstein
"Stufen im Sandstein"
Wir bekamen noch ein Zimmer im Landhotel “Zur Wegelnburg” in Schönau und starteten somit unsere Wanderung etwa am gegenüberliegenden Punkt der Rundwanderung, in Niedersteinbach.

Dort angekommen liefen wir zunächst die Strasse hinauf Richtung Wengelsbach und trafen dann bald auf den Burgenweg, dem wir nun in Uhrzeiger-Richtung folgten. Die erste Burg, die wir besuchten, war die Burg Wasigenstein. Bevor wir nach Obersteinbach kamen, erwartete uns die nächste Burg: Petit Arnsburg. Als wir nach Obersteinbach kamen war es bereits kurz vor 14:00 Uhr. Es gab da zwar zwei Restaurants, bei beiden hatte die Küche aber bereits geschlossen.

Stufen ins Licht
"Stufen ins Licht"
Also wanderten wir weiter, stärkten uns mit zwei Müsliriegeln und erklommen alsbald einen wirklich steilen Anstieg, der uns zu einem Aussichtspunkt auf einem Felsen führte, den wir zunächst über eine Leiter erklimmen mußen. Von dort ging es weiter und bald hatten wir den Aussichtspunkt am Friedenskreuz erreicht. Heute hingen schwere dunkle Wolken über den Vogesen, die Wettervorhersage hatte sich sehr kurzfristig nochmal zum schlechteren hin geändert. Dennoch: eine schöne Aussicht. Wohin das Auge reicht: unbebaute Waldhänge. Einige Bäume begannen schon sich hell zu färben, in diesem Jahr sah mal den Herbst schon im August kommen.

Weiter ging es zur Burg Blumenstein. Alle die Burgen auf diesem Wanderweg sind begehbar: abenteuerliche Treppen und Leitern führen hinauf auf Sandsteinfelsen und in die oft kleinen ehemaligen Burganlagen hinein, überall gibt es eine wunderschöne Aussicht auf die umliegenden Waldhügel.

Blick über die Vogesen
"Blick über die Vogesen"
In Schönau langten wir so um  17:45 Uhr an und bezogen unser Zimmer im Landhotel. Zum Abendessen gab’s Hirschbraten und eine Flasche St. Laurent dazu. Das Drei-Sterne-Hotel ist ordentlich und sauber, hat aber seine besten Tage hinter sich.

Nach dem Frühstück am nächsten Morgen ging’s um 09:40 Uhr weiter zur zweiten Etappe auf dem Burgenweg. Nach einem weiteren Anstieg und einer Wanderung über einen Höhenzug mit gigantischen Sandsteinfelsen erfolgte ein Anstieg zu den Burgen #  1,2 und 3: Wegelnburg, Hohenbourg und Loewenstein.

Willkommen zur Burg Blumenstein
"Willkommen zur Burg Blumenstein"
Nach einem Abstieg kamen wir zur Burg Fleckenstein, der einzigen Burg auf diesem Weg, wo man Eintritt löhnen muß. Das taten wir nicht, denn wir hatten die Burg schon im letzten Jahr besichtigt. Stattdessen ließen wir uns im dortigen Café nieder und aßen Quiche Lorraine.

An diesem Tag war das Wetter deutlich besser als gestern, obwohl wir auch gestern Glück gehabt hatten: viele dunkle Wolken, aber kaum Regen. Heute schien oft die Sonne, zum Nachmittag hin wurde es immer wärmer und wir genoßen die Sonne auf der Terarsse des Cafes bei der Burg Fleckenstein, bevor wir weiter wanderten an einem See und Campingplatz vorbei zur letzten Burg auf unserer Tour, der Burg Froensbourg.

Himmelsrichtungen
"Himmelsrichtungen"
Von hier folgten wir dem Burgenweg noch eine Stunde lang, bevor wir einen Abzweig nach Niedersteinbach nahmen, der uns aber nicht direkt zurück zum Ort führte; wir trafen noch auf den mit einer gelben Raute markierten Weg und mußten dann noch 25 Minuten oberhalb der Strasse nach Niedersteinbach laufen. Für den direkteren Abstieg hätten wir wohl noch einen Augenblick auf dem Burgenweg bleiben müssen.

Auf der Wegelnburg
"Auf der Wegelnburg"
Wie auch immer: im Hotel Zum weißen Pferd ( Cheval Blanc ) schmeckten uns Radler und ein anschließendes 1-Gang-Abendessen hervorragend, bevor wir so um 19:30 Uhr die Heimreise antraten.

Mittwoch, 20. August 2014

Unterwegs mit dem Wohnmobil – Etappe 11 – nach Hause

Heute, am Freitag den 27.6. war Heimreisetag, morgen bis 12:00 Uhr mußten wir das Wohnmobil zurückgeben.

In Wernigerode
"In Wernigerode"
Zunächst fuhren wir aber noch nach Werningerode, um einen kurzen Streifzug durch diese Stadt am Harz zu unternehmen und hoffentlich noch guten Baumkuchen am Stück zu ergattern, den wir für uns und Alex’ Mutter mit nach Hause nehmen wollten. In Bad Harzburg gab es ganzen Baumkuchen, also vier Ringe am Stück, nur auf Vorbestellung, in Quedlinburg hatte uns der Baumkuchen zu pappig geschmeckt, aber hier in Wernigerode auf dem Markt fanden wir einen Stand des Baumkuchenhauses ganz in der Nähe. Vorsichtig kauften wir erst mal ein Tütchen mit kleinen Stückchen und kosteten: hmmm, himmlich leicht und lecker ! Also erwarben wir noch zwei große Stücke für je knapp € 10, also zu einem günstigen Preis für diese Qualität.

Rathaus von Wernigerode
"Rathaus von Wernigerode"
In Quedlinburg hatte man uns erklärt wie Baumkuchen hergestellt wird. Viel Arbeit ! In einem speziellen Ofen wird der Kuchen Teigschicht um Teigschicht aufgebaut, gebacken, dann wieder eine Teigschicht drauf, weitergebacken, und das immer wieder, bis der Baumkuchen fertig ist: im Teig kann man dann ähnlich der Jahresringe bei Bäumen die Teigschichten mit der jeweils gebräunten Oberfläche erkennen.

Wir durchstreiften noch ein bischen die Gassen von Werningerode, wo gerade die Vorbereitungen für den diesjährigen Weinmakrt liefen. Wir bestaunten das schmucke Radhaus, warfen noch einen Blick zur Burg auf der einen und zum Brocken auf der anderen Seite, tranken noch einen Kaffee und traten dann endgültig die etwa fünfstündige Heimreise an, zunächst zur A7, dann an Kassel vorbei zurück ins Rhein-Main-Gebiet und nach Hause.

Stadtturm von Wernigerode
"Stadtturm von Wernigerode"
Noch bevor wir auf der Autobahn waren hörten wir ein ständiges Klopfen hinten auf der Fahrerseite. Zunächst konnten wir die Ursache nicht feststellen, dann sah ich plötzlich ein weißes Band im Rückspiegel am Wohnmobil runterbaumeln. Wir nahmen die nächste Abfahrt von der Bundesstrasse und besahen uns das Problem: ein weißes Zierleistenband hatte sich an der linken Seite gelöst und hing mittlerweile fast bis zum Boden. Also zogen wir das Teil komplett ab und verstauten es. “Ein bekanntes Problem bei Weinsberg Wohnmobilen”, bestätigte uns der Mitarbeiter des Verleihers am nächsten Tag, als wir das Gefährt zurückgaben.

Am Abend luden wir das Wohnmobil noch größtenteils aus, fielen dann müde in die Betten und erledigten den Rest am nächsten Morgen – inklusive Toilette reinigen – bevor wir das Gefährt nach Ginsheim zurückfuhren, nochmal volltankten und bei Camping Vöpel abgaben. Die verbogene Schiene des Fahrradträger wurde uns großzügigerweise nicht berechnet, und so kam das Projekt “Erste Reise mit einem Wohnmobil” zu einem guten Ende.

Willkommen in Wernigerode
"Willkommen in Wernigerode"
Insgesamt sind wir 1.736 km gefahren !

Fazit: … da gibt es eine Menge zu sagen. Hier die Kurzversion:

Reisen mit dem WoMo hat Vor- und Nachteile. Der Preis, speziell für die WoMo-Miete, aber auch für eine eventuelle Anschaffung, gehört sicher nicht zu den Vorteilen. Es sei denn man kauft eins, möglichst gebraucht, und reist dann damit mehrere Monate pro Jahr durch die Gegend.

Figuren an der Holzfassada von 1674
"Figuren an der Holzfassada von 1674"
Alles in allem hat es Spaß gemacht und wir probieren das sicher nochmal aus, wahrscheinlich mit einem anderen WoMo-Typ mit anderer Raumaufteilung. Für die Alkoven-Variante werden wir langsam zu alt und bin ich einfach zu lang und habe keine Kopffreiheit im Front-Bereich. Viele Ecken im WoMo habe ich schmerzhaft kennengelernt.

Die Flexibilität ist eindeutig ein Vorteil. “Was ? Heute regnet es, dann fahren wir einfach weiter zu nächsten Therme.” Und man kann natürlich auch ausserhalb der offiziellen Stellplätze jederzeit und überall mal stehen bleiben. Wenn das Wetter besser ist und man kann öfters draußen sitzen, dann macht das alles sicher noch mehr Spaß !

Nach ein paar Wochen könnte ich mir schon wieder gut vorstellen mit einem WoMo durch die Lande zu kutschieren. Auf ein nächstes Mal !

Montag, 18. August 2014

Unterwegs mit dem Wohnmobil – Etappe 10 – Quedlinburg im Harz

Es hatte die ganze Nacht geregnet, am Morgen ließ es etwas nach. Da wir gestern im Hexenstübel keine Brötchen bestellt hatten wanderten wir zum Cafe Peters, wo Alex noch Baumkuchen kaufen wollte, ein ganzes Stück. Pech gehabt, sowas muß man mindesten einen Tag vorbestellen.

Frischwasserbetankung in Bad Harzburg
"Frischwasserbetankung in Bad Harzburg"
Wie wir später auch in Quedlinburg sahen: die Bäckereien hier stückeln ihre Baumkuchen gleich in kleine Portionen, wohl auch wegen des Preises.

Im Cafe Peters bekamen wir ein feines Frühstück mit leckerer hausgemachter Konfitüre. Dann entleerten wir noch mal Abwasser-Tank und Toilette ( die Gelegenheit hier war günstig; nur mäßige Navigier-Künste erforderlich ), tankten Frischwasser und auch noch Diesel, und machten uns auf den Weg nach Quedlinburg, wohin uns ein passabler WoMo-Platz lockte, und der Tip unseres Hexenstübel-Wirtes, die Altstadt sei wirklich sehenswert.

Ehemaliges Betriebsgelände bei Quedlinburg - unser Stellplatz !
"Ehemaliges Betriebsgelände bei Quedlinburg - unser Stellplatz !"
Nach gut zwei Stunden Fahrt waren wir da: der Platz machte zuerst einen fragwürdigen Eindruck, sah aus wie der Hof eines stillgelegten DDR-Betriebs, nach näherer Besichtigung und Gespräch mit dem netten Besitzer waren wir aber gewillt hier eine oder zwei Nächte zu verbringen. Saubere Sanitär-Einrichtungen, Strom - das wichtigste war da, und wir hatten den Platz für uns alleine. Ein balzender Pfau sollte uns bald Gesellschaft leisten. Die Altstadt von Quedlinburg war 2,5 km entfernt, mit dem Fahrrad ein kurzer Ritt, wir wählten aber die Wander-Variante wegen des unbeständigen Wetters. Die Wolken hingen tief, es regnete immer wieder, die Luft war kalt.

Schiefe Häuser in Quedlinburg
"Schiefe Häuser in Quedlinburg"
An der Stadtmauer von Quedlinburg befindet sich ein weiterer WoMo-Stellplatz mit Imbiss-Bude und öffentlicher Toilette, dieser schien bis zum letzten Platz voll zu sein.

Die Altstadt mit den 1.200 Fachwerkhäusern ist wirklich sehenswert, auch wenn das Wetter wirklich nicht mitspielte. Im Baumkuchen-Cafe aß Alex Baumkuchen ( der nicht so gut schmeckte, war eher von styroporartiger Konsistenz ), ich eine der Baumkuchenspezialitäten, die hier angeboten wurden – Schwarzwälder Art – sehr lecker !

Baumkuchen Backofen
"Baumkuchen Backofen"
Den Baumkuchen-Backofen konnten wir im Cafe direkt bewundern.

Wir durchstreiften noch einige Gassen. Zu einem Besuch des Brauerei-Restaurants in der Blasiistraße war es zu früh, von einer Wetterbesserung nix in Sicht, also machten wir uns bei mal wieder strömendem Regen auf und zurück zu unserem Stellplatz.

Den letzten Urlaubstag wollten wir noch hier verbringen, die Einheimischen hatten von Wetterverbesserung geredet und am Morgen schien tatsächlich die Sonne aus einem strahlend blauen Himmel.

Willkommen zur Teufelsmauer
"Willkommen zur Teufelsmauer"
Wir wollten nach Thale radeln, etwa 9 km, was sich aber als blöde Idee erwies: im Prinzip gibt es keinen Radweg nach Thale. Über die Bühlstrasse durch den Park von Bühl starteten wir dem Wanderweg 45 F ( grünes Kreuz ) folgend in Richtung Wedderslehen. Bald endeten wir an einer stark befahrenen Strasse, der Wanderweg verschwand steil ansteigend über einen schmalen Pfad im Wald. Wir folgten dieser Strasse und bogen dann auf eine weniger befahrene Strasse in Richtung Warnstedt ab, dort entdeckten wir eine Radwegmarkierung irgendeines Harzer Radwegs und folgten diesem an einer alten Windmühle vorbei nach Weddersleben.
Windzwerg am Wotanbrunnen
"Windzwerg am Wotanbrunnen"
So gelangten wir zur Teufelsmauer, einer gewaltigen natürlich Felsmauer, die sich hier durch die Landschaft zieht. Der Himmel war mittlerweil dunkel bewölkt, von schönem Wetter keine Spur mehr. Über einen holprigen, steinigen Wanderweg gelangten wir schließlich nach Thale.

Thale hatte eigentlich nix tolles zu bieten, außer Gyros beim Griechen “Ouzo”. Wir radelten zurück und entdeckten jetzt einen Radwegweiser nach Quedlinburg zeigend. Wir gelangten wieder nach Warnstedt, folgten einem Kiesweg, der bald zu einem Wäldchen anstieg. Dort bog ein Pfad nach rechts ab, aus dem gerade ein Radfahrer hervorkam.

Zwangspause im Regen
"Zwangspause im Regen"
Er bestätigte uns auf unser Nachfragen, daß dies der Weg nach Quedlinburg sei. Wir folgten dem Pfad über Stock und Stein, der mehr zum Wandern denn zum Radfahren geeignet war. An einer Abzweigung waren wir unsicher und wählten die rechte Abzweigung.

Jetzt setzte ein dauerhafter Regen ein, den wir schon vom Harz her kommen gesehen hatten. Wir fanden einen überdachten Rastplatz, die Überdachung blieb aber nicht lange dicht. Mit aufgespanntem Schirm und mieser Laune über diese missglückte Radtour warten wir den Regenguss ab, der mindestens eine halbe Stunde dauerte.

Blick nach Quedlinburg
"Blick nach Quedlinburg"
Dann radelten wir weiter über den nun sehr rutschigen Pfad durch hohes Grass, Schuhe und Hosen wurden jetzt also trotzdem nass. Bald ging der Pfad in einen breiteren von links kommenden Kiesweg über ( wahrscheinlich die zweite Möglichkeit der zuvor erwähnten fraglichen Abzweigung ).

An einer weiteren Abzweigung folgte ich dem grünen Kreuz, Alex lag kurz hinter mir. Bei einem Ausguck auf Quedlinburg wartete ich auf sie, vergebens. Also zurück, dem anderen Weg folgend, einer fürchterlichen Abfahrt über Betonplatten mit extra tiefen Rillen.

Balzender Pfau auf unserem Stellplatz bei Quedlinburg
"Balzender Pfau auf unserem Stellplatz bei Quedlinburg"
Ich radelte zurück bis nach Quedlinburg zu dem Punkt wo wir die Tour begonnen hatten. Keine Alex ! Und ich Idiot hatte mal wieder mein Handy nicht dabei, es lag im Wohnmobil. Also nochmal zurück geradelt die Strecke bis zur Straße, wo der Plattenweg die Straße erreichte. Keine Alex. War sie nun vor oder hinter mir ? Ich beschloss zum Wohnmobil zu radeln, über den Marktplatz, wo sich Alex hoffentlich herumtrieb. Dort angekommen sah ich mich um, sah sie dann gerade in einer Strasse verschwinden.

Nach dieser Wiedervereinigung radelten wir noch zum Rewe einkaufen und schafften es gerade eben so zurück zum Wohnmobil zum Anfang des WM-Spiels Deutschland gegen USA, das 1:0 für Deutschland endete, nach keinem wirklich schönen Spiel, aber wenigstens einem schönen Tor.

Mittwoch, 6. August 2014

Unterwegs mit dem Wohnmobil – Etappe 9 – Bad Harzburg

Heute, am Sonntag, den 22.6.2014, ging es zurück in den Harz, nach Bad Harzburg.

Unser Stellplatz in Bad Harzburg
"Unser Stellplatz in Bad Harzburg"
Von hier ist ein  anspruchsvoller Aufstieg auf den Brocken ( 13,3 km, 950 Höhenmeter ) möglich und wir hoffen auf etwas stabileres Wetter morgen.

In Wernigerode hatten wir uns für keinen der drei verfügbaren WoMo-Campingplätze begeistern können, deswegen: Bad Harzburg.

Die Fahrt von Burg wurde zunächst zum Alptraum: Zufahrt zur Autobahn wegen Baustelle gesperrt, eine zunächst fehlende und dann vollkommen schwachsinnige Ausschilderung zu einer Umleitung, eine Irrfahrt durch andere Baustellen zu weiteren Einbahnstrassen und Sackgassen, und ein Navi das uns wieder und wieder zur Baustelle zurückführen wollte.

Der Jungbrunnen in Bad Harzburg
"Der Jungbrunnen in Bad Harzburg"
Wir brauchten eine halbe Stunde, um endlich einen Weg aus Burg hinaus und zur Autobahn Richtung Magdeburg zu finden. In knapp zwei Stunden ging es nach Bad Harzburg. Kurz vor Ende der Fahrt sahen wir den Brocken vor uns liegen. In Harzburg führte die Strasse direkt zu unserem Stellplatz, wo wir an einem kleinen Teich parkten. Stellplatzgebühr € 9 für einen Tag inklusive 2x2 € Kurtaxe ( für zwei Personen ). Was der ADAC-Stellplatzführer verschwieg: die Toiletten sind nur zu den Öffnungszeiten des Hexenstübels zugänglich, also von 8:00 – 10:00 und von 16:00 – 19:00 Uhr.
Trinkhalle in Bad Harzburg
"Trinkhalle in Bad Harzburg"
Ausserdem: die nahe gelegene Strasse ist sehr laut: schon um 05:00 Uhr morgens steigt der Lärmpegel enorm an durch all die LKWs, vor allem Kieslaster, die in den Harz hinein oder aus dem Harz heraus fahren. Armes Bad Harzburg !

Der Wirt des Hexenstübels ist sehr nett und hilfsbereit, hat immer gute Tipps parat, z.B. daß man Wechselgeld für die Parkgebühren, das der Automat nicht zurückgibt, im Tourismus-Büro zurück bekommt, besorgt einem auch mal günstig eine neu WoMo-Batterie, wie ich am Rande mitbekam.

Decken-Dekoration in der Pizzeria Firenze in Bad Harzburg
"Decken-Dekoration in der Pizzeria Firenze in Bad Harzburg"
Wir machten einen ersten Spaziergang zum Kurpark und weiter ins Zentrum des Ortes. Bei der Touristen-Info holten wir eine Wettervorhersage ein für morgen ( Wolken mit Sonne, nicht wirklich warm ), eine Beschreibung des Teufelsweges auf den Brocken, Busverbindungen zur Torfhütte, von wo ein kürzerer Aufstieg auf den Brocken möglich ist, oder wohin wir alternativ absteigen könnten. Wir spazierten weiter und sahen uns den wirklich schönen Jungbrunnen an mit originell gestalteten Figuren, gingen Kaffee trinken, kauften eine Salami-Wurst als eventuellen Proviant für die morgige Wanderung, und stiefelten dann zurück zum Wohnmobil.
Ankunft beim Molkenhaus
"Ankunft beim Molkenhaus"
Im Hexenstübel bestellten wir Brötchen für den nächsten Morgen, dann ging’s nochmal nach Downtown zum Abendessen beim Italiener Firenze, wo wir uns Parma-Pizza mit Ruccola bestellten, dazu einen Rosé, vorneweg zwei XXL-Aperol-Spritz und eine Portion Bruscetta, zum Abschluß Grappa, die zweite Runde ging dann auf Haus.

Für heute, Montag den 23.6.2014, war die Wetter-Vorhersage einigermaßen günstig für eine Wanderung auf den Brocken, an den kommenden Tag sollte es wieder Regen geben.

Noch 7,5 km zum Brocken-Gipfel
"Noch 7,5 km zum Brocken-Gipfel"
Also machten wir uns auf zur Wanderung, nachdem wir in unserem WoMo gefrühstückt hatten. Von Bad Harzburg ist die Ersteigung des Brocken mehr was für geübte Wanderer, der Weg ist 13,3 km lang und 950 Höhenmeter sind zu bewältigen Um 9:30 Uhr ging’s los am Wanderer-Treff bei der Touristen-Info, vorbei am Märchenwald, wo wir den ersten Abzweig zum Teufelssteig gleich verpassten und einen alternativen Weg gingen zum Molkenhaus. Kurz hinter dem Molkehaus verloren wir unseren Weg ein zweites mal und wanderten nun in Richtung Torfhaus. Ein Abzweig zur Eckertalsperre bestätigte unsere Vermutung, daß wir auf dem f
Erster Blick zum Brocken
"Erster Blick zum Brocken"
alschen Pfad wandelten. Wir wählten diesen Abzweig, der uns zur Eckertalsperre und damit zum Teufels-Steig zurück führte. Wir überquerten die Staumauer und damit die alte BRD-DDR-Grenze, die damals den Stausee in zwei Hälften teilte, was seinen Betrieb äußerst erschwerte.

Der Brocken lag nun schon deutlich vor uns und die Sonne kam jetzt immer öfters zum Vorschein. Am Stausee entlang ging es zunächst eben weiter, dann leicht und immer steiler werden ansteigend über eine alte Panzerstrasse.

Alter DDR-Grenze zerschnitt die Eckertalsperre
"Alte DDR-Grenze zerschnitt die Eckertalsperre"
Um 12.20 Uhr trafen wir auf den Heinrich-Heine-Weg von Ilsenburg kommend. Hier bot sich ein einigermaßen warmer Rastplatz mit Bank zur Mittagsrast. Es wurde noch steiler, wir passierten die 900- und 1000-Höhenmeter-Marke. Der Baumbewuchs wurde immer niedriger, die Bauten auf dem Brocken kamen nun schnell näher. Wir überquerten die Bahngleise der Brockenbahn, die eben noch vor unseren Augen am Berg entlang geschnauft war. Jetzt waren wir fast oben, um 13:35 Uhr standen wir auf dem Gipfel.

Eckertal-Stausee mit Brocken
"Eckertal-Stausee mit Brocken"
Heute war offensichtlich einer der Tage von den 60 Tagen im Jahr, an dem der Brocken nicht im Nebel oder in Wolken lag und wir hatten eine gute Aussicht. Im Restaurant ( nicht wirklich gemütlich, mehr ein Kantinen-Betrieb ) tranken wir Tee oder Kaffee. Dann sahen wir uns noch den Bahnhof an und beobachteten die Ankunft eines Zuges und das Umhängen der Lok. Um 14:35 Uhr begannen wir mit dem Abstieg über dieselbe Route, die wir gekommen hatten.
Kurz vor dem Ziel auf dem Brocken
"Kurz vor dem Ziel auf dem Brocken"
Wir hatten als Option einen Abstieg zum Torfhaus ins Auge gefasst, der wesentlich kürzer ist ( 8 km ), da wir aber noch viel Zeit hatten und das Wetter uns gewogen war wählten wir abermals den Weg über Stausee und Molkehaus. Hinter dem Staudamm fanden wir jetzt den richtigen Weg: der Teufelspfad führt hier ins Eckertal und durch ein uriges Schluchtwald-Biotop nach einem kurzen Anstieg zum Molkenhaus, das wir um 17:30 Uhr erreichten – da war es schon geschlossen ! Schade, ein Weizenbier jetzt in der Abendsonne nach überstandener Brocken-Wanderung wäre genau das richtige gewesen an diesem friedlichen Ort.
Brocken - 1142 m
"Brocken - 1142 m"
Sollte nicht sein, also wanderten wir die verbleibenden 2-3 km zurück nach Bad Harzburg.

Am Abend aßen wir in Alberts Corner, gut und urig, das Bier schmeckte heute mal wieder besonders gut, leider landeten wir auf der Raucher-Etage, wo eine Runde Skat-Spieler und ein paar andere Gäste die Luft schnell mit blauem Qualm anreicherten.

Am nächsten Tag war das Wetter launisch, nur gelegentlich guckte die Sonne hervor, sonst gab’s Regenschauer, die am Abend in einen Dauerregen übergingen. Wir verbrachten den Tag im Bad Harzburger Thermal- und Solebad mit Sauna-Erlebnislandschaft, zu einem ( mit Kurtaxen-Beleg vom Parkautomaten ) günstigen Eintrittspreis von € 11,50 pro Person.

Heinrich Heine auf dem Brocken
"Heinrich Heine auf dem Brocken"
Nach Fass-Sauna ( einer kleinen fass-artigen 4-Personen Sauna ), diversen Aufgüssen und Ruhepausen, nach Bad im Thermalbad mit Aussenbecken und Sprudelbänken, verließen wir am Abend die Sauna, spazierten bei strömendem Regen zu unserem Wohnmobil, warteten eine Regenpause ab, spazierten zum Chinesen zum Abendessen, spazierten zurück zu unserem Womo ( es regnete wieder ), und beschlossen diesen Tag.

 

Zug der Brocken-Bahn
"Zug der Brocken-Bahn"

Mittwoch, 30. Juli 2014

Unterwegs mit dem Wohnmobil – Etappe 8 – Burg bei Magdeburg

Das Wetter war am Freitag, dem 20.6., etwas, aber nur etwas besser. Wir beschlossen 100 km weiter nach Süden zu fahren und uns Madgeburg anzusehen.

Grill ready to grill
"Grill ready to grill"
Der Platz in Magdeburg bietet aber wenig Komfort: keine eigenen, sondern nur öffentliche Toiletten in 100 m Entfernung, keinen Strom, keine Wasser Ver- oder Entsorgung.

Wir fuhren stattdessen nach Burg zur Pension Eschendorf mit einem hübschen Platz, die Stellplätze sind teilweise von Bäumen eingerahmt, es gibt Strom, WC, Duschen, Wasser Ver- und Entsorgung ( brauchen wir wahrscheinlich nicht; wir hatten das nochmal erfolgreich in Bad Wisnack vor unserer Abfahrt geübt, diesmal ohne verbogenen Fahrradträger  ). Einziger kleine Nachteil: eine Kiesgruppe in der Nähe. Und auch eine Bahnlinie.

Frosch im Froschteich der Pension Eschendorf in Burg
"Frosch im Froschteich der Pension Eschendorf in Burg"
Neben diesem Grund nach Burg zu fahren gibt es vielleicht noch einen weiteren: die Eisdiele Venezia in der Fußgängerzone, wo es neben den üblichen leckeren Eisbechern auch leckere Crepes mit Früchten ( z.B. heißen Kirchen oder Erdbeeren ) und Eis gibt.

Wir waren aufgebrochen mit dem Fahrrad um Burg zu erkunden und vor allem die Möglichkeiten nach Magdeburg zu gelangen. Wir radelten 4 km zum Bahnhof und studierten den Fahrplan: ein Zug geht nach Magdeburg alle Stunde um 33 Minuten nach der vollen Stunde und braucht für die Strecke etwa 20 Minuten. Also, Plan für Morgen: Besuch von Magdeburg !

Backsteingebäude in Burg bei
"Backsteingebäude in Burg bei Magdeburg"
Auf dem Rückweg stoppten wir bei Rewe und deckten uns wieder mit Grillgut, Salaten und zwei Flaschen Bier ein. Heute Abend wird wieder gegrillt, ein ansprechendes Restaurant hatten wir nicht entdeckt und auch die Pension Eschendorf hat keinen spektakulären Speiseplan ausgehängt und macht auch einen recht verlassenen Eindruck, hat auch nur Montag-Donnerstag von 17:00-22:00 geöffnet.

Die grüne Zitadelle
"Die grüne Zitadelle"
Am folgenden Tag, Samstag, der 21.6.2014, fuhren wir morgens mit den Fahrrädern zum Bahnhof und nahmen den Zug um 10:33 Uhr nach Magdeburg. Vom Hauptbahnhof Magdeburg wanderten wir zunächst Richtung Innenstadt. Alex besorgte uns einen Stadtplan bei der Touri-Info, dann ging’s zum Hundertwasser-Haus im Breiten Weg, einem farbenfrohen Gebäudekomplex im Hundertwasser-Stil, mit 55 Wohnungen und 900 verschiedenen Fenstern, bunten Säulen und Kacheln ( auch auf dem WC ! ), goldenen Kugel und Gärten auf den Dächern und kleinen Lädchen, Cafes und Restaurant im Parterre.
Säulen am Hundertwasser-Haus
"Säulen am Hundertwasser-Haus"
Leider schien die Sonne fast nie, um die Farben dieser farbenprächtigen Architektur besser hervorzuheben. Hundertwasser hat die Fertigstellung seines Werkes im Jahr 2003 nicht mehr erlebt, es konnte aber nach dem Tod des Künstlers im Jahr 2000 fertiggestellt werden, da die Pläne vollständig vorlagen.

In einem Cafe dort tranken wir Cappuccino und aßen frische Waffeln, erhielten so – als wir danach fragten – auch Chips für die im Hundertwasser-Stil gestalteten Toiletten, die ansonsten 1 € Eintritt kosten.

Dom zu Magdeburg gesehen vom Hundertwasser-Haus
"Dom zu Magdeburg gesehen vom Hundertwasser-Haus"
Weiter ging es nun zum Dom, wo gerade eine Hochzeits-Taufe gefeiert wurde. Im Marktviertel sahen wir uns das Rathaus an mit dem Magdeburger Roland, dann kehrten wir in ein Cafe-Restaurant am Platz zum Mittagessen ein, wo es Harzer Hirschgulasch mit Klößen und Rotkraut für mich und Lachs mit Reis für Alex gab. Vom Marktviertel wanderten wir dann weiter ins Elbviertel, wo wir auch den Wohnmobil-Stellplatz entdeckten, den wir vermieden hatten, und wanderten an der Elbe zurück Richtung Dom und nochmal zum Hundertwasser-Haus, wo mittlerweile ein kleines Sommerfest begonnen hatte, bei sehr frischen Temperaturen und überwiegend verhangenem Himmel.
Treppenhaus im Hundertwasser-Haus
"Treppenhaus im Hundertwasser-Haus"
Wir bestiegen für je 2 € Eintritt einen der Türme und bestaunten die einzigartige Architektur-Landschaft von oben. “Unsere biologische Haut ist unsere erste Haut, unsere Kleidung die zweite, unsere Wohnung die dritte”, hat wohl Hundertwasser sinngemäß gesagt. “Die zweite und dritte Haut sollte wie die erste so beschaffen sein, daß wir uns darin wohlfühlen !”

Nun waren die Füße vom vielen Stadtbummeln müde und wir steuerten den Bahnhof an und nahmen den Zug zurück nach Burg um 17:08 Uhr. Mit den Fahrrädern ging’s zurück zu unserem Stellplatz; bei Rewe deckten wir uns nochmal mit Bier für das WM-Fußballspiel heute abend ( Deutschland gegen Ghana )  und Brötchen und Orangensaft für das Frühstück morgen ein.

Mittwoch, 23. Juli 2014

Unterwegs mit dem Wohnmobil – Etappe 7 – Kristall Kur- und Gradier Therme in Bad Wilsnack

Eigentlich wollten wir hier bei dem Landgasthof Am Fleesensee noch einen Tag länger verweilen und eine Radtour rund um Fleesen- und Kolpinsee machen, aber das Wetter wurde zu garstig für eine Radtour: dicke Wolken und ein kalter, manchmal schon stürmischer Wind vertrieben uns schließlich von hier.

Routenplanung
"Routenplanung"
Am Morgen frühstückten wir noch im Landgasthof, dann machten wir uns auf nach Bad Wilsnack, wo es eine Therme mit Stellplatz geben sollte.

In knapp 2 Stunden so um 12:00 waren wir da und stellten unser Wohnmobil nahe einer Versorgungssäule auf dem geräumigen Platz ab, der 80 Wohnmobile fasst. Wir fackelten nicht lange und suchten das Thermalbad mit Saunalandschaft auf, die so genannte Kristall Kur- und Gradier Therme. Die Tageskarte ( Therme mit Sauna ) kostete uns pro Nase € 22,90 plus € 13,50 für den Stellplatz all inclusive minus € 5 Nachlass auf den Stellplatz.

Camping am Dome
"Camping am Dome"
Wir verbrachten den ganzen Tag dort, relaxten in vielen verschiedenen Saunen und auch in dem einzigartigen Salzsee mit Gradierwerk unter einer Kuppel, und Aussenbereich, der von einer 1.006 Meter tief gebohrten Quelle gespeist wird, aus dem Wasser mit 20 % Salzgehalt gewonnen wird. Der Salzgehalt erhöht sich durch das Gradierwerk auf 24 %, was einen immensen Auftrieb verursacht, wie wir sogleich feststellte. Man hat schon Schwierigkeiten die Füße auf den Grund des 1,30 m tiefen Sees zu bringen, und Brustschwimmen scheitert kläglich daran, daß man wie ein Korken so weit oben auf schwimmt daß die Beine so weit aus dem Wasser kommen, so daß man praktisch nicht vorwärtskommt. Einzige Option: Rückenschwimmen; es gab auch Nackenkisten, so daß man bequem auf dem 32 Grad warmen Wasser dahin dümpeln kann. Dieser Salzsee mit Gradierwerk ist einzigartig auf der Welt !

Kristall Kur- und Gradier Therme in Bad Wilsnack
"Kristall Kur- und Gradier Therme in Bad Wilsnack"
Die Saunawelt bietet interessante Aufgüsse, z.b. Meditationssauna mit Klangschalten, “Hildegard-von-Bingen” Aufguss mit Eismasken und Zitronenöl auf den Fingern, anschließend Kräutertee, oder Aufgüsse mit Einsalzen zwischendurch. Es gibt ausserdem besondere Themen-Saunen wir Zitronen- oder Eukalyptus- oder Heusauna. Besonders einzigartig ist die Kaffee-Sauna mit Mocca-Muntermacher-Aufguss, durch Glasscheiben dekoriert mit Kaffeegeschirr und Süssigkeiten blickt man nach draußen.

Es gab auch gut zu Essen dort, z.B. ein fast schon monströs zu nennender Salat mit Geflügelstreifen für € 9,50, und Getränke zu fairen Preisen.

Gegen 22:00 Uhr, dem Ende der Badezeit wochentags, verließen wir die Therme und fanden, daß wir diesen ansonsten scheuslichen Schafskälte-Tag prima genutzt hatten. Zu unserem Wohnmobil mit Koje war es nicht mehr weit und wir schliefen tief und fest, trotz angrenzender Bahnlinie.