Freitag, 16. September 2016

DHL–Wir sind angeblich für Sie da

OK, muß das jetzt loswerden, manchmal dient so ein Blog eben auch als Kummerkasten.

Habe vorletzte Woche versucht einen Brief zu schicken an die Verkehrsgesellschaft Mittelhessen, Raiffeisenstr. 8 in Usingen; die Adresse wurde mir so am Telefon genannt. Während unseres Urlaubs kam der Brief zurück mit dem Hinweis: “Empfänger/Firma unter der angegebenen Anschrift nicht zu finden”.

Habe daraufhin im Internet die Adresse ausfindig gemacht. OK, es ist die Raiffeisenstr. 10. Verwirrtes Smiley. Diese Postboten der DHL schauen also während ihrer Arbeit keinen Zentimeter nach links oder rechts. Dienst nach Vorschrift, stur wie Automaten.

Habe also einen neuen Umschlag erstellt und zur Post gebracht um mich darüber zu beschweren. “Die Post beschäftigt zur Zeit viele Studenten”, bekam ich zu hören. “Was wollen Sie erwarten bei dem Stundensatz ?”

Aha. Zähnezeigendes Smiley. Studenten also. Das sind doch die die zukünftig Brücken bauen, Flugzeuge entwickeln und vielleicht sogar als Ärzte tätig werden. Wie auch immer. Man kriegt, für was man bezahlt. Geiz ist geil. Mindestlohn = Mindestleistung. Ich als Kunde zahle aber 1,45 Euro für diesen schlechten Service, in diesem Fall sogar gleich zweimal, denn der Postbeamte konnte meinen zweiten Umschlag natürlich nicht auf Kosten der DHL nochmal auf die Reise schicken. “Wie soll das gehen ?” strahlte er mich an und drückte mir ein gelbes Kärtchen in die Hand mit einer Web-Adresse, wo man sich eventuell beschweren kann.

Freitag, 2. September 2016

Nepal Reise 2016-9.Etappe Samdo–Dharamsala (4460m)

Der Aufstieg nach Dharamsala war nicht besonders schwierig, aber Alex hatte sehr zu kämpfen wegen ihrer Magenbeschwerden sowie  Husten und Schnupfen, und Sharki Sherpa  und ich blieben bei ihr und weit hinter der Gruppe zurück.

Into Samdo Valley
"Into Samdo Valley"
Unterwegs trafen wir auf einen Händler, der wohl aus Tibet über die Berge gekommen war und hier am Trail seine Waren auf einem Tuch anbot. Er hatte das Glück, daß einige von der Gruppe tatsächlich zur Geldbörse griffen und etwas kauften.

Sehr langsam gingen wir weiter, es ging nun etwas bergauf, bis wir schließlich in weiter Ferne die Steinhäuser und Zelte von Dharamsala vor uns im Steinmeer der Berge liegen sahen. Um 12:15 Uhr waren wir dort.

On our way to Dharamsala
"On our way to Dharamsala"
Sharki Sherpa war sehr besorgt wegen Alex und machte den Vorschlag ein Reittier aufzutreiben, um sie am nächsten Tag über den Pass zu bekommen. Alex fand die Idee nicht schlecht.

Während viele eines der kleinen grünen Zelte bezogen bekamen Alex und ich ein ‘Zimmer’ in einem der Steinhäuser zugewiesen. Mehr eine Höhle mit groben Steinen auf dem Boden hatten wir doch zumindest ein festes Dach über den Köpfen und feste Mauern um uns herum.

First sight of Dharamsala
"First sight of Dharamsala"
Alex verkroch sich in ihren Schlafsack und ich stieg noch etwas weiter auf Richtung Larka Pass um mich besser zu aklimatisieren. Der Himmel zog sich zu, gegen Abend fing es an zu schneien.

Abendessen gab es dann in der Gaststube, ebenfalls eher eine lang-gestreckte Höhle mit groben Steinen auf dem Fussboden und einer langen Tafel. An der Stirnseite befand sich die Küche, dessen Anblick manchen verwöhnten Westeuropäer sicher veranlassen würde eher nichts hier zu essen.

Getting ready in Larke Hotel
"Getting ready in Larke Hotel"
Aber: Essen muß sein, besonders in dieser Höhe, um nicht zu viel Kraft zu verlieren. Alex ging es leider nicht gut, entsprechend konnte sie auch nicht viel essen.

Der Abmarsch für morgen war für 4:30 Uhr geplant, ein langer Marsch, 9-12 Stunden lang, stand uns bevor über den 5200 m hohen Pass und 1700 m abwärts bis nach Bimtang. Deswegen verkrochen wir uns gerne früh in den Schlafsäcken.

Our room in Larke Hotel
"Our room in Larke Hotel"
Vorher erfuhren wir noch daß kein Pferd für Alex zur Verfügung stand. Schlechte Nachricht ! Einzige verbleibende Option, um die Tour für sie nicht abbrechen zu müssen, war, zwei Träger zu engagieren, die sie für 250 US-Dollar über den Paß tragen würden. Aus eigener Kraft würde sie es jedenfalls nicht schaffen.

In dieser Nacht schlief ich nicht ein, obwohl ich warm, trocken und gemütlich im Schlafsack lag und es mir sonst gut ging. Sicher eine Folge der Höhe und etwas Aufregung darüber wie der morgige Tag verlaufen würde.

Samstag, 20. August 2016

Nepal Reise 2016-8.Etappe Samdo–Samdo Peak Vorgipfel (4800m)

Bei schönem Wetter und einer guten Nacht ging es nach dem Frühstück für einige zum Samdo Peak, andere entschieden sich für einen Ruhetag.

Morgenstimmung in Samdo
"Morgenstimmung in Samdo"
Der Aufstieg zum Samdo Peak war recht steil und recht schnell merkten wir was das bedeutete in dieser Höhe. Wenn ich normalerweise beim Bergsteigen mal aus der Puste komme bleibe ich stehen und erhole mich recht schnell wieder, innerhalb von 1-2 Minuten. Hier war dem nicht so. Ich schnaufte weiter und es gelang mir nur nach langer Zeit mich wieder zu erholen.
Der Aufstieg auf den Samo Peak beginnt
"Der Aufstieg auf den Samo Peak beginnt"
Es hieß also einen noch langsameren Rythmus zu finden, um eine Überanstrengung zu vermieden; leichter geschrieben als getan, denn wie gesagt, der Anstieg war sehr steil.

Einige Teilnehmer kehrten alsbald um. Am Anfang waren wir noch durch niedrige dürre Latschenbäume gestiefelt, die das Vorwärtskommen zusätzlich erschwerten. Vier Porter und Sharki Sherpa begeiteten uns, die anderen waren unten im Dorf geblieben um auf den Rest der Gruppe aufzupassen.

Bergpanorama beim Aufstieg auf den Samdo Peak
"Bergpanorama beim Aufstieg auf den Samdo Peak"
Die Gewissenhaftigkeit der Porter und Sherpa kennt keine Grenzen, immer waren sie zur Stelle, achteten auf uns und halfen wenn nötig.

Alex, die unten geblieben war, beobachtete mit anderen zusammen unseren Aufstieg für eine Weile und machte sich dann auf zu einem Spaziergang durch das Dorf und hinaus in das Tal, in das wir auch morgen wandern würde. Sofort hatte sie einen Begleiter: Chhewang Sherpa ließ es sich nicht nehmen und begleitet sie.

Manaslu Gipfel - Sonne und Wind
"Manaslu Gipfel - Sonne und Wind"
Es gab her viele Murmeltiere zu sehen, Adler und Blauschafe. Nach einer Stunde machten sie sich auf den Rückweg zur Lodge.

Wir erreichten den Vorgipfel so um 11:00 Uhr. Meine Trittsicherheit war nicht mehr die beste und ich war froh daß wir uns den Aufstieg auf den eigentlichen Gipfel schenkten, der mit der Überquerung eines Geröllhangs und wahrscheinlich Kletterei durch Fels verbunden gewesen wäre.

Steil hinauf zum Samdo Peak
"Steil hinauf zum Samdo Peak"
Ein herrliches 360-Grad-Bergpanorama umgab uns mit Blick auf den Manaslu, die Berge am Larka-Pass, den wir übermorgen überqueren wollten, die Berge Tibets und das Tal, durch das wir gestern gekommen waren. Weit unten lagen die kleinen Häuser von Samdo mit ihren blauen Dächern in der Sonne.

Auf dem Samdo Peak Vorgipfel
"Auf dem Samdo Peak Vorgipfel"
Wir blieben eine knappe Stunde und begannen dann den Abstieg über eine etwas andere Route in das Seitental hinein, in das Alex und ich gestern noch etwas aufgestiegen waren. Ebenso steil ging es flott hinab, da ich der langsamste war übernahm einer der Porter alsbald meinen Rucksack. Schnell wurden die Häuser von Samdo größer, genauso schnell meine Knie und Fußgelenke müde. Nach einer kurzen Pause im Gras setzten wir den Abstieg fort und hatten um 13:20 Uhr das Dorf wieder erreicht, oberhalb dessen wir auf eine Blauschaf-Herde trafen. 
Abstieg nach Samdo
"Abstieg nach Samdo"
Somit hatten wir dann jede Menge Zeit uns auch zu erholen und einen halben Ruhetag einzulegen mit Mittagessen, Tee und Sonnenbad vor der Lodge.

Alex ging es nicht so gut, sie hatte sich nun auch noch den Magen verdorben, keinen Appetit mehr, was angesichts der anstrengenden Touren in dieser Höhe nicht wirklich gut war. Sie verkroch sich kleinlaut in ihren Schlafsack.

Blauschafherde oberhalb von Samdo
"Blauschafherde oberhalb von Samdo"
Wir bereiteten uns geistig und körperlich durch Ausruhen auf den Aufstieg morgen nach Dharamsala vor, wo wir auf 4400 m Höhe übernachten würden, um dann den Larke Pass (5200 m) zu überqueren.

Freitag, 29. Juli 2016

Nepal Reise 2016-7.Etappe Sama Gompa nach Samdo (3800m)

Nach einer unruhigen Nacht mit viel Hundegebell frühstückten wir und machten uns auf den Weg zu einem Kloster oberhalb von Sama Gompa.

Leaving Sama Gompa
"Leaving Sama Gompa"
Die Mönche waren nicht zu Hause, so daß niemand da war uns einzulassen, also besichtigten wir das Kloster nur von außen, bevor wir uns an die kurze Etappe nach Samdo machten.

Schon am Morgen sahen wir den Manaslu in all seiner Pracht hinter unserer Lodge aufragen, er und die Bergwelt ringsum boten für die heutige Tour eine einmalige Kulisse.

Große Gebetsmühle am Kloster von Sama Gompa
"Große Gebetsmühle am Kloster von Sama Gompa"
Hans peilte die Lage recht genau und immer wieder sprachen wir über seine für nächstes Jahr geplante Expedition dorthin, um vielleicht auch diesen Gipfel endlich zu erreichen. Wir waren der laienhaften Meinung daß heute bei dem Sonnenschein gutes Wetter da oben herrschte, Hans machte uns aber auf die senkrecht vom Grat aufsteigenden Wolken aufmerksam, die auf einen mörderischen Wind hindeuteten.

Manistein unterhalb des Manaslu
"Manistein unterhalb des Manaslu"
Den Birenda Lake ließen wir links liegen, da Hans meinte ein Ausflug dorthin lohne nicht wirklich. Wir sollten lieber den herrlichen Weg nach Samdo genießen und uns gemächlich an die Höhe gewöhnen.

So ging es gemütlich auf Samdo zu. Wir blieben immer wieder stehen und bestaunten die Bergwelt, natürlich nahmen wir uns auch Zeit für ein Gruppenphoto vor dem Manaslu. Der Weg verlief meist fast eben, nur zum Schluß erfolgte ein kurzer Aufstieg auf eine Höhe von 3800 m. Wir kamen früh in dem kleinen Ort an und nach einem Zitronentee gab’s dann alsbald Mittagessen.

Auf dem Weg nach Samdo
"Auf dem Weg nach Samdo"
Im einfachen Hotelgebäude bezogen wir unsere Zimmer. Die Dusche bestand aus einem Wasserhahn, der in einer Beton-Zelle schräg aus der Wand ragte und natürlich nur kaltes Wasser abgab, sowie die Zelle alsbald flutete, da der Ablauf verstopft war.

In dieser Höhe plantscht man sowieso nicht mehr im kalten Wasser rum, riet Hans. Motto also: lieber dreckig und gesund, als sauber und krank !

Arriving in Samdo
"Arriving in Samdo"
Mittags bekam ich etwas Kopfschmerzen, merkte nun also erstmalig die Höhe: ein leichtes Klopfen im Hinterkopf. Nicht hinlegen, riet Hans, rumlaufen und mehr trinken ! Tatsächlich wurde es beim Ruhen auf dem Schlafsack schlimmer. Also noch einen Liter Flüssigkeit trinken, später unternahmen Alex und ich noch einen kurzen Spaziergang durch das Dorf, gefolgt von einem Aufstieg zu einem Ausscihtspunkt oberhalb von Samdo.

Über den Dächern von Samdo
"Über den Dächern von Samdo"
Die Kopfschmerzen verflüchtigten sich alsbald und ich sollte von da an keine Probleme mehr mit der Höhe bekommen. Alex litt unter Husten und Schnupfen, was sie viel Kraft kostete und auch den Appetit nahm, schlechte Voraussetzungen also um in dieser Höhe fit zu bleiben.

Für morgen bestand die Möglichkeit den 4800 m hohen Samdo Peak Vorgipfel zu besteigen oder in Samdo einen Ruhetag einzulegen. Alex freute sich auf die zweite Möglichkeit und was guter Dinge somit wieder zu Kräften zu kommen.

Freitag, 15. Juli 2016

Nepal Reise 2016-6.Etappe Namrung nach Sama Gompa (3480m)

Bei herrlichem Wetter starteten wir nach dem üblichen Frühstück zu der heutigen recht langen Tour nach Sama Gompa, das schon auf über 3000 m liegt.

Ready to leave Namrung
"Ready to leave Namrung"
Der Weg war herrlich und führte durch Gegenden, die aussahen wie bei uns in den Alpen. Allerdings waren auch die Anstiege recht steil und anstrengend. Alex hatte ihren geklebten Wanderschuh zusätzlich getaped, so daß er die Wanderung gut durchhielt.

Es ging durch Wälder an einem Bachlauf entlang, der kräftige Geruch von Bäumen erfüllte die Luft.

Beautiful valley behind Namrung
"Beautiful valley behind Namrung"

In Lho nahmen wir ein kleines Mittagessen ein und saßen dazu in einem sehr schönen Raum einer kleinen Lodge mit herrlichem Rundumblick auf das Dorf und die Berge. Dann nahmen wir den letzten Teil der heutigen Tour in Angriff. Wir kamen an einer größeren Schule vorbei. Kinder spielten im Schulhof, umgeben von den mit blauen Dächern gedeckten Gebäuden der Schuhe, dahinter ragten die mächtigen weißen Berge des Himalaya empor – ein schöner Anblick !

Shree Lho Primary Shala School
"Shree Lho Primary Shala School"
Nach einem letzten steilen Anstieg und der Überquerung einer weiteren Hängebrücke gelangten wir auf eine weitläufige Hochebene, auf der sich eine Rinderherde tummelte. 30 Minuten später erreichten wir Sama Gompa. Vorbei an einigen Stupas mit Gebetsmühlen gelangten wir in das Zentrum des Ortes und zu unserer Lodge, hinter der der Manaslu empor ragte.

Hochebene bei Sama Gompa
"Hochebene bei Sama Gompa"
Die Zimmer waren wie immer einfach, aber im Speiseraum qualmte zumindest mal ein Ofen und verbreitete etwas Wärme. Es gab auch heißes Wasser aus der Küche zum Waschen, was manch einer zum Haare waschen gerne mal nutzte.

Wie viele Abende war auch dieser recht kurz, da alle nach einem langen Wandertag recht früh reif waren für den Schlafsack. Leider war die Nacht eher unruhig, da die zahlreichen Hunde des Dorfers sich ein ständiges, abwechselndes Gebell liefern mußten, allen voran der Köter unserer Lodge.

Sonntag, 3. Juli 2016

Nepal Reise 2016-5.Etappe von Deng nach Namrung (2550m)

In meinem morgendlichen Porridge schwamm eine Ameise und im Marmeladenglas klebte eine Fliege.

Kitchen in Shangri-La Home
"Kitchen in Shangri-La Home"
Da es aber eben hier manchmal so ist wie es ist wird nicht gemeckert sondern aufgegessen. Für die Tour braucht man schließlich Kraft.

Kurz nach 8:00 Uhr ging es bei warmem Sonnenschein Richtung Namrung. Alex wollte heute ihre lädierten Wanderschuhe schonen und griff auf ihre leichten Ecco-Schuhe zurück, in denen es sich auch gut laufen ließ, wenngleich sie natürlich nicht so stabil waren wie die knöchelhohen Lowa-Schuhe, von denen sich aber leider die Sohle halb abgelöst hatte.

On our way to Gap
"On our way to Gap"
Die Landschaft veränderte sich auch heute nicht wesentlich. Wieder ging es über Hängebrücken im Tal des Budhi Gandahi entlang und auf Pfaden, die auch von Maultierkarawanen genutzt wurden. Ab und an konnte man in der Ferne einige schneebedeckte Gipfel erspähen. Den Manaslu konnten wir auch heute noch nicht sehen,

Another river crossing done
"Another river crossing done"
Unser Mittagessen verzögerte sich heute deutlich, denn es fand sich zunächst keine Einkehrmöglichkeit. Gegen 12:30 Uhr machten wir dann endlich Pause, um uns mit Nudeln, Gemüse und Käse zu stärken. Wir hatten nur ein Gericht für alle ausgesucht, um die Küche zu entlasten. Trotzdem mußte unser Sherpa in der Küche mit Hand anlegen, sonst hätte es wohl nix zu essen gegeben. Das Ergebnis schmeckte allerdings sehr gut.

Shop in Hotel Kyimolung
"Shop in Hotel Kyimolung"
Nun hatten wir noch drei Stunden Weg vor uns. Wir wurden es müde ständig über Stufen auf und ab zu steigen, immer wieder folgte ein weiterer Anstieg. Die Stufen machten Alex’ Knien ziemlich zu schaffen. Am Nachmittag, eineinhalb Stunden bevor wir das heutige Ziel erreichten, fing es an zu regnen und zu donnern. Während wir Regenschirme und –jacken auspackten zog sich unser Sherpa einen blauen Müllsack über.

Arriving in Namrung
"Arriving in Namrung"
Alex’ Halbschuhe waren dem Regen nicht lange gewachsen und so kam sie mit nassen Füßen in der Lodge an. Die Zimmer waren hier auf nette kleine Hüttchen verteilt, natürlich ohne Heizung, also keine Möglichkeit das Trocknen der Klamotten irgendwie zu beschleunigen. Aber einen derartigen Komfort kann man natürlich beim Nepal-Trekkiing nicht wirklich erwarten.

Our Lodge in Namrung
"Our Lodge in Namrung"
Wir hatten aber noch trockene und warme Sachen und fanden uns alsbald in der Gaststube ein, die eingermaßen warm war und wo es auch warmen Tee gab, die beste Möglichkeit um sich aufzuwärmen.

Hans nahm sich dann Alex’ Wanderschuh an und mit vereinten Kräften fixierten wir die schadhafte Stelle mit Gummikleber und zogen das ganze noch mit Kabelbinder fest, den  Alfin glücklicherweise im Rucksack hatte. Alex konnte also auf trockene und warme Wanderschuhe für den morgigen Tag hoffen.

Der Regen hörte auf, während wir auf das Abendessen warteten.

Donnerstag, 30. Juni 2016

Nepal Reise 2016-4.Etappe Jagat nach Deng (1920m)

Anders als gedacht und vermutet gab es diese Nacht weder Regen noch Gewitter.

Swing bridge just behind Jagat
"Swing bridge just behind Jagat"
Nach einer ruhigen Nacht wurden wir heute erst gegen 6:45 Uhr wach, als ein Porter bereits an die Tür klopfte, der unser Gepäck haben wollte. Also ging alles ein bischen schneller, was eigentlich kein Problem war, denn mittlerweile hatten wir eine gewissen Routine entwickelt.

Gegen 8:15 Uhr begannen wir bei Sonnenschein unsere heutige Tour nach Deng.

Down to the river side
"Down to the river side"
Wir verließen das verhältnismäßig sehr ordentliche Dorf Jagat, das über eine gepflasterte Dorfstrasse und ein eigenes Wasserkraftwerk zur Erzeugung von Strom verfügt. Es scheint, je weiter wir nach oben kommen desto hübscher und ordentlicher werden die Dörfer.

Und wieder ging es immer entlang des Flusses Buri Gandaki, mal höher hinauf, mal fast am Ufer entlang, und über zahlreiche Hängebrücken.

Boy with Mulis on Swingbridge
"Boy with Mulis on Swingbridge"
Gegen Mittag konnten wir in der Ferne im Dunst die ersten schneebedeckten Berge sehen.

Das heutige Mittagessen nahmen wir in einem winzigen Bergdorf namens Chisapani ein, auf 1620 m Höhe. Das Nudelgericht, das Alex sich bestellt hatte, war leider nicht besonders gut, weswegen sie sich lieber bei meinen recht schmackhaften Bratkartoffeln mit Gemüse bediente.  Ausserdem mußte sie feststellen, daß sich die Sohle ihres linken Wanderschuhs ablöste. Sogleich packte Gabi ihr Tape aus und Hans fixierte den Schuh, damit sich die Panne nicht weiter verschlimmern würde.

Flowers of red brush tree in Nepal
"Flowers of red brush tree in Nepal"
Leider zog es sich am Nachmittag zu, es wurde düster, donnnerte und begann dann leicht zu regnen. Der Weg zog sich in die Länge und wir waren spät dran, denn wir hatten kurz vor der Mittagspause auch noch eine längere Teepause eingelegt. In dem gemütlichen Garten dort am Hotel hatte es WIFI gegeben und somit hatten viele die Zeit genutzt um Nachrichten von zu Hause zu empfangen und dorthin zurück zu schicken.

Fixing the boot in Chisapani
"Fixing the boot in Chisapani"
Am frühen Abend, es wurde schon dunkel, erreichten wir unsere Lodge in Deng, die ich im nachhinein als die schlechteste Unterkunft der gesamten Tour einstufen würde. Wir wohnten in einem Bretterverschlag, Leichtbauweise, oben offen, d.h. “gute” Akustik und somit keine Geheimnisse vor den Nachbarn.  Durch Fenster und Türen zog es, die Konstruktion der Dusche sah zum Fürchten aus, eine Waschgelegenheit befand sich halb im Freien und bestand aus einem Wasserhahn.
Deng
"Deng"
Der warme Daunenschlafsack kam da gerade recht als warme und gemütliche Rückzugs-Oase.

Alex mußte feststellen daß ihre Sachen im Seesack leicht feucht geworden waren und besorgte sich am nächsten Tag einen Müllsack von der Wirtin, um ein ähnliches Maleur zukünftig zu verhindern.

Auch Essen und Gaststube überzeugten nicht wirklich, mangelnde Sauberkeit kam als weiteres Manko hinzu.

Shower in Shangri-La Home
"Shower in Shangri-La Home"
Sämtliche käuflich zu erwerbende Waren befanden sich in einem verschlossenen Raum hinten in der Gaststube und amüsiert beobachteten wir die Wirtin dabei wie sie mindestens einhundert mal an diesem Abend dorthin ging um etwas zu holen, den Raum auf- und bei Verlassen sofort wieder abschloss.

Gegen 21:30 Uhr löste sich die Runde auf und nach einem letzten Toilettengang, mehr oder weniger im Freien, und einer Runde Zähneputzen, auch im Freien, ging es in den gemütlichen  Schlafsack.